Mord und Ratschlag – „Was Poetisches.“

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Auch in Ken Bruens hochkomischem Roman "Kaliber" gibt es einen Lou Ford. Er ist ein finanziell bestens gestellter Buchhalter, der nichts Besseres mit sich anzufangen weiß, als Krimis in jeder Form zu konsumieren. Als er eines Tages im Urlaub feststellen muss, dass die Nutten in Thailand so viel freundlicher sind als in London, gibt ihm das "richtig zu denken". Er beschließt, den Engländern eine Lektion zu erteilen, "eine Lektion in puncto Manieren". Wer ihm oder anderen blöd kommt, muss dran glauben. Sein erstes Opfer, einen Mann, der am Handy seine Freundin angeraunzt hat, stößt er vor einen Zug. Unnötig zu erwähnen, dass der Express aus Brighton mal wieder verspätet war und keinen Speisewagen hatte, aber befriedigend fand Lou Ford die schnelle Exekution doch: "Von hinten, ein Schubs. Hatte was Poetisches." Als nächstes soll eine Frau dran kommen, gleiches Recht für alle. Aber natürlich hat der Mann feste Prinzipien: "Würde ich ein Kind killen? No way, José. Höchstens eins aus 'ner Boygroup."

Die ganze Rezension von Thekla Dannenberg, 31.07.2015 auf perlentaucher.de

https://www.perlentaucher.de/mord-und-ratschlag/was-poetisches.html

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