Leichenberg 04/2015

kaliber38

Paris, die Nacht (Polar Verlag) ist der erste Teil einer Trilogie Pariser Nacht-Stücke des 1988 (!!!) geborenen Romanciers Jérémie Guez, ein schlankes Stück Prosa über zwei jugendliche Kleinkriminelle, die die falschen Leuten beklauen – George V. Higgins' »Cogan's Trade« (dt: «Ich töte lieber sanft») lässt grüßen. Ganz sicher eine wunderbare Paris-Hommage, als literarischer Text irgendwo zwischen Jean Genet, Juan Damonte, Francesco de Filippo, Jean-Patrick Manchette und Derek Raymond's »Cauchemare Dans La Rue« oszillierend, und als Paris-Stück näher an dem großen Atmosphärenmacher Simenon, als man vielleicht wahrhaben möchte. Delirant und an den richtigen Stellen robust. Eine echte Entdeckung, bei der ich gespannt bin, wann der Autor seine ganz eigene Stimme entwickelt haben wird und wie die sich dann anhört. Dass es so kommen wird, steht außer Frage. Guez ist ein Riesentalent.

Rezension von Thomas Wörtche

http://kaliber38.de/woertche/leich0415.htm

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