KrimiKiosk – Gene Kerrigans schonungsloses, düsteres Irland-Bild

 

Der Polar-Verlag hat erstmals ein zweites Werk eines Autoren veröffentlicht, Gene Kerrigans „In der Sackgasse“. Das ist eine begrüßungswerte Entscheidung!

Während „Wut“ zu der Zeit spielt, als Irland in seiner Finanzkrise unter den Europäischen Rettungsschirm „schlüpfen“ musste, führt das ältere Buch „In der Sackgasse“ zurück zu dem Zeitpunkt, als in Irland die „Immobilien-Blase“ platzte.

Die Handlung schildert die blutigen Verteilungskämpfe unter rivalisierenden Banden, die versuchen, ihre Claims neu abzustecken und Konkurrenten auszuschalten.

Danny Callaghan kommt nach 8 Jahren aus dem Gefängnis frei. Seine Ehe ist längst gescheitert. Seinem früheren kriminellen Milieu will und muss er entrinnen. Er staunt nicht wenig über die zwischenzeitlichen gesellschaftlichen Veränderungen. Er ist dankbar, dass ein Freund ihm wenigstens einen Job als Fahrer gibt. In seiner freien Zeit hängt er in Kneipen ab und trauert ansonsten seiner Ex-Frau nach, die er zeitweise „beschattet“.

Seine Neigung, sich in Auseinandersetzungen anderer einzumischen, wird ihm zum Verhängnis, denn er gerät sehr schnell in das Visier eines Bandenchefs, der ihn zwingt, ihm bei der Ausschaltung einer konkurrierenden Bande massiv zu unterstützen. Er muss die erforderlichen Fahrzeugen stehlen, um seine Ex-Frau und andere ihm nahestehende Personen vor möglichen Nachstellungen der Bandenmitglieder zu schützen.

Gene Kerrigan schildert schonungslos die sehr blutigen Kämpfe der Gangster, die ziemlich unbehelligt von der Polizei ihre zahlreichen Opfer finden. So entsteht zwangsläufig ein sehr trostloses Bild vom damaligen Irland. Den spannenden Gangsterroman kann ich nur empfehlen!

Rezension von Jörg Völker

http://krimikiosk.blogspot.de/2015/11/in-der-sackgasse-gene-kerrigans.html

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